Waldemar Bonsels

Aus der Geschichte der Adler-Apotheke

1880 siedelte die Familie Bonsels in die Landgemeinde Ahrensburg über. Hier hatte Reinhold Bonsels die Adler-Apotheke erworben. Am 21. 2. 1880 wurde in diesem Hause Waldemar Bonsels, der ein weltbekannter Schriftsteller werden sollte, geboren. Apotheker Bonsels vergrößerte das Wohnhaus durch einen Anbau, also richtete er sich wohl auf einen längeren Aufenthalt in Ahrensburg ein. Jedoch schon 1884 wechselt die Apotheke wieder in andere Hände über.

In Kiel erlebte Waldemar Bonsels seine Kindheit, über die er in dem Buch „Tage der Kindheit“ berichtete. Sein Geburtsort Ahrensburg findet keinen Niederschlag in seinen Werken, so weit reichte die Erinnerung des Knaben wohl kaum zurück.

Dennoch, für die Freunde der Literatur Waldemar Bonsels ist Ahrensburg als sein Geburtsort von Bedeutung. Sein bekanntestes Werk, das 1911 entstandene „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ erschien in 40 Sprachen, 1,5 Mio. Exemplare wurden im deutschsprachigen Raum verkauft. Es zählt zu den Klassikern der Jugendliteratur in aller Welt.

Einmal nur kehrte Waldemar Bonsels an den Ort seiner Geburt zurück. Am 10. November 1932 las er im alten Lichtspielhaus aus seinen Werken, und zwar aus „Mario und die Tiere“, „Tage der Kindheit“ und „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“. Kurz vor diesem Besuch am 30. September 1932 hatte die Gemeindeverwaltung beschlossen, den Dichter durch die Benennung einer Straße zu ehren.

Sein Geburtshaus (damals befand sich die Adler-Apotheke noch in der Hamburger Straße) fiel im September 1974 der Spitzhacke zum Opfer. An der gleichen Stelle baute die Sparkasse Stormarn ihr Geschäftsgebäude. Dort hat man eine kleine, schwer auffindbare Gedenktafel angebracht.

Noch einmal gedachte man in Ahrensburg des 1952 in Ambach am Starnberger See Verstorbenen. Am 3. Februar 1980 wurde im Rathaus der Stadt eine Ausstellung zu seinen Ehren anläßlich des 100. Geburtstages eröffnet. So bleibt zu hoffen, daß in Erinnerung an Waldemar Bonsels in seiner Geburtsstadt Ahrensburg eine bleibende Erinnerungsstätte geschaffen wird.

Christa Reichardt